Barbiefüdli

Spencer J. Gaudoin
Gekrönte Häupter wurden früher auf Majestätssiegeln mit ihren Insignien und auf dem Thron sitzend verewigt. Seit dem 9. Jahrhundert gingen Bischöfe und Äbte, ab dem 11. Jahrhundert auch weltliche Fürsten, zur Besiegelung ihrer Urkunden über. Später wurden Siegel als Erkennungs- und Beglaubigungszeichen oder als zuverlässiger Verschluss von Schriftstücken eingesetzt. Heute ist die Siegeltechnik fast ganz aus der Mode gekommen und wird nur noch von einigen wenigen Anhängern praktiziert. Und natürlich von den stolzen Besitzern eines Siegelringes von Spencer J. Gaudoin.
Das gekrönte Haupt ist in diesem Fall auf einem Barbie-Hintern mit einem Rosenquarz, der – als Stempel in Siegellack gedrückt - zwei knackige Pobacken hinterlässt. Auch das Hinterteil von Barbies platonischem Ex-Liebhaber Ken - mit einer Kunststoffplatte mit Ahnentafel als Siegelstempel versehen - fehlt nicht in Spencer J. Gaudoins Siegelring-Arbeit.
Als er für seine Diplomarbeit an der Fachhochschule Pforzheim Siegelringe aus einem Stück Blech formen wollte, erinnerte ihn dessen Umriss stark an Unterhosen. Auf Flohmärkten stöberte er also reinen Herzens nach Miniatur-Unterwäsche. Er guckte den Barbiepuppen unter die Röckchen, liess Ken die Hosen runter und entdeckte plötzlich eine grosse Auswahl perfekter Formen für seine Siegelringe. Die Früchte seiner Nachforschungen zeigen wir Ihnen mit grosser Freude bei uns in der Galerie.

Bruna Hauert, August 2005

Ringe: Silber, Rosenquarz