Lass uns verschmelzen

Claudia Stebler
Gehören zwei zusammen, besiegeln sie ihre Liebe mit einem Versprechen und meist mit einem Ring. Die Partnerringe von Claudia Stebler beginnen mit einem Verlobungs- oder Freundschaftsring, der die persönliche Widmung auf einem gewickelten Silberband geschrieben mit sich trägt. Ein Feingoldabschluss hält das Band als Ring zusammen.
Steckt der Verlobungsring nicht am Finger, wohnt er in einer Box aus reinem Gold und liegt gebettet auf einem Kupferplättchen. „Lass uns verschmelzen“, lockt das Plättchen. Ist das Paar innig genug verschmolzen für das entscheidende JA, findet die Verschmelzung tatsächlich auch bei den Ringen statt. Die Verlobungsringe gehen zusammen mit ihrer Box aus Feingold und dem Kupferplättchen durchs Feuer. In flüssigem Zustand wird das Metall in eine Form aus Holzkohle gegossen und – Sie ahnen es schon - aus der Asche erheben sich zwei wunderschöne, durch einen Gusskanal miteinander verbundene Goldringe in 18Kt. Gelbgold. Nichts ist vom ursprünglichen Verlobungsring verloren. Alles Material - auch das geschriebene Versprechen - ist dem neuen Goldring für immer und ewig einverleibt. Das gewickelte Feinsilber mit dem Feingoldabschluss bei den Verlobungsringen, kombiniert mit den Kupferplättchen und dem Feingold der Boxen, ergibt miteinander verschmolzen eine Legierung aus 18Kt. Gelbgold. So einfach ist das. Und gleichzeitig so raffiniert und ausgeklügelt. Der Gusskanal zwischen den Ringen wird getrennt, der ehemalige Verbindungssteg aber bleibt bei beiden Ringen deutlich sichtbar bestehen. Dadurch, dass für jedes Ringpaar eine neue Form in Holzkohle erstellt wird, ist jedes Ringpaar einmalig und einzig.

Bruna Hauert